Motorrad abspannen

Es frage niemand wieso, aber kürzlich musste ich die Ninet in einem Transporter von A nach B verbringen. Dummerweise habe ich vor lauter Aufregung dann doch vergessen Fotos zu machen oder gar ein Filmchen zu erstellen. Aber für's Archiv sei kurz beschrieben, wie man ein Motorrad richtig abspannt. Also, wie man ein Motorrad mit Gurten für den Transport sichert.

Das Transportmittel der Wahl sollte zunächst mal mindestens vier stabile Befestigungsösen seitlich aufweisen. Zwei davon möglichst weit vorne an der Trennwand/Deichsel. 

Das Einschieben in einen Transporter erfolgt über eine Rampe. Das Motorrad mit einigen Metern Anschwung über diese zügig hochschieben. Über einen Tritt kann der Schiebende gleichzeitig mit dem Motorrad in den Transporter gelangen. Auf sicheren Stand achten.

Ferner bedarf es im Transporter dann sechs Abspanngurte mit stabilen Metallratschen zum Verspannen. Einmal gekauft, für ewig verfügbar. Braucht man immer dann, wenn man ansonsten keine hätte.

Ratsche weit öffnen. Gurte der Ratsche von außen kommend zuführen. Wenn der Schlitz unpassend steht, diesen durch Betätigen der Ratsche in Position bringen. Ratsche dann wieder öffnen.

Wer den Gurt von der falschen Seite zuführt, hat keinen Spaß beim späteren Abrollen. Das geht dann nicht mehr. Prinzipiell löst man die Ratsche vom Gurt, indem man sie öffnet, den Sicherungsbügel zurückzieht und die Ratsche dann im 180° Winkel vom Band wegführt. Dann rollt sich das von selber ab.

Am besten geht das Verspannen selbst mit zwei Personen. In einem Van wird das Bike mit dem Vorderrad bis an die Trennwand geschoben. Dann sitzt die eine Person auf. Alternativ kann man bei nur einer Person mit einer Vorderrad-Mulde arbeiten. Dieses U-förmige Ding, in das man das Motorrad reinschiebt und dann steht es von selbst.

Zumindest ohne Mulde wird dann zunächst das Vorderrad gegen seitliches Verrutschen gesichert. Dazu auf einer Seite den Gurt auf 17 Uhr einmal um die Vorderradfelge wickeln (also unten an der Felge) und seitlich davon verzurren. Erstmal nur knapp straff anziehen, so dass eine nur leichte Spannung entsteht. Das Vorderrad soll dabei nicht zur Seite gezogen werden.

Dasselbe dann nochmals auf der anderen Seite. Diese Gurte dann straff ziehen, so dass das Vorderrad fixiert wird und weder nach links noch rechts Wegrutschen kann.

Die Gurte immer möglichst ohne Verdrehen zur Ratsche führen. Je einen Gurt pro Befestigungspunkt benutzen. Nicht einen Gurt von einer zur anderen Seite führen.

Nun an der unteren Gabelbrücke einen weiteren Gurt durchführen und ebenfalls nach vorne hin sichern. Also in der selben Öse, wie das Vorderrad. Jeweils auf beiden Seiten. Ebenfalls nur leicht straff anziehen, so dass die Gabel wenig einfedert. 

Dann hinten so sichern, dass verhindert wird, dass das Heck beim Bremsen hochkommen kann. Geeignet sind hier zum Beispiel die Dreiecke der Soziusfußrasten. Gurt so durchführen, dass er nicht nach vorne oder hinten oder oben oder unten rutschen kann (!). Die hinteren Gurte an Ösen sichern, die natürlich hinter dem Befestigungspunkt am Motorrad liegen. Ebenfalls leicht straff anziehen.

Wenn nun alles gut sitzt, die Gurte anziehen. Vorne, so dass das Vorderrad gegen seitliches Verrutschen gesichert ist. An der Gabel, so das diese ein paar wenige Zentimeter einfedert und auf Spannung ist. Sie darf nicht ausfedern können. Nicht zu sehr anziehen, schon gar nicht über längere Strecken. Hinten wegen manchmal fehlender guter Haltepunkte darauf achten, dass die Gurte sich nicht durch Verrutschen lockern können. Auch das Heck darf nicht mehr Federn.

Wenn alles straff ist, steht das Motorrad fest und der Helfer kann absteigen. Die Ratschen sollten für den Transport in geschlossener Position sein, nicht in geöffneter.

Umsichtig fahren sollte man dann natürlich trotzdem.

Viel Erfolg.


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