Sena 30K in den Helm einbauen

Hamburg. Dauernd allerbestes Wetter! Und das seit Mai oder so! Der Bedarf an Motorradzubehör wächst...

...und so habe ich kürzlich ein Sena 30K erworben. Einerseits, weil ein Freund so ein ähnliches Ding hat und ich gerne außer nur mit Handzeichen auch mal verbal mit ihm kommunizieren wollen würde. Wir haben ja 2018. Andererseits, weil damit Navianweisungen hörbar werden. Ich nutze mein Handy als Navigationsgerät auf dem Motorrad, genaugenommen die App Calimoto. Die muss ich auch nochmal bewerten. Aber das wird ein anderer Beitrag.

Hier soll es erstmal nur um die ersten Schritte in die Welt der Bluetooth-Helmkommunikation gehen. Ich habe gestern das 30K eingebaut und bin ehrlich gesagt ein wenig ernüchtert. Es stellt sich nicht das ganz große "geil" Gefühl ein, weil da ein paar Flaws by Design sind, über die ich hier erstmal berichten will. Und die vermutlich so ziemlich alle Geräte dieser Art betreffen dürften. Zumindest die von Sena, die extern angebracht werden. Mehr zur eigentlichen Funktion des 30K dann später bzw. in einem neuen Beitrag.

Zunächst einmal kurz zum Helm. Es geht hier um den 2018er Shoei GT Air Wanderer 2 TC-5. Der hat trotz des hochkomplexen Namens ein erfreulich einfach aufgebautes Innenleben. Einfach vorallem deshalb, weil alle Innenpolster problemlos entfernbar sind und mit einfachen wie effektiven Druckbuttons an Ort und Stelle platziert sind.



Druckknöpfe des Polsters des Shoei GT Air Wanderer 2
Dank dieser lassen sich zunächst mal sämtliche Polsterungen leicht entfernen.

Man sollte als nächstes eine geeignete Stelle für das Sena Modul finden. Anders, als intuitiv angesetzt, ist das nicht ca. vordere Mitte des Helms. Denn hier befinden sich die Laschen des Riemens, mit denen man den Helm beim Aufsetzen auseinander zieht. Wenn an der Stelle das Sena im Weg ist, nervt es beim Helm aufsetzen. Besser ist der Platz weiter hinten, mittig unter dem Teil für die Sonnenblende, über dem Aufkleber mit dem Gewicht.


Hier ist das Sena 30K zu weit vorn am Helm platziert. Es sollte eine Länge weiter hinten über dem Aufkleber sitzen, auch wenn dann das Shoei Logo verdeckt wird.
Hier stört das Sena weniger beim Aufsetzen des Helms
Das Sena wird zunächst nur lose aufgesetzt. Wenn die Polster entfernt sind, kann man sich daran machen, zunächst die Lautsprecher einzubauen. Hierbei fällt zuallererst mal auf, dass die mitgelieferten Klett-Verbindungen alles andere als stark haftend sind. Wenn ich den Stoffteil in den Helm klebe, hält das für sich genommen zwar wunderbar. Wenn ich dann aber die Lautsprecher aufsetze, kommt da keine tolle Verbindung zustande. Der Klett löst sich schon bei leichtem Schütteln. Irgendwas kann da nicht ganz richtig sein.

Der Shoei hat an dieser Stelle den großen Vorteil, dass über den ab Werk vorhandenen Lautsprecher-Aussparungen Schaumstoff-Abdeckungen angebracht sind. Die sind geklemmt und damit sicher an Ort und Stelle zu befestigen. Und das Tolle ist, dass die Lautsprecher da noch drunter passen. Somit hat man ein weiches Polster über dem Lautsprecher und kann diesen sicher in seiner Mulde fixieren.

Lautsprecher-Aussparung im Shoei
Klett rein... 
...hält so leider nur bedingt gut. Die Klettverbindung zwischen dem eingeklebten Teil und dem Lautsprecher ist viel zu schwach!
Der Shoei hat zum Glück diese Extrapolster für die Aussparung. Die passt immer noch, selbst wenn der Lautsprecher eingebaut ist. Das sollte zudem noch ein guter Schutz für den Speaker sein.

Unter dem dunkleren Teil sitzt nun der Lautsprecher des Sena. Fällt nicht mehr raus, Lautsprecher geschützt, Kopf weich gepolstert. Glück gehabt, da habe ich wohl den richtigen Helm gekauft.
Ich frage mich aber, wie das bei Helmen gehen soll, die solche Abdeckungen nicht haben? Grundsätzlich positiv ist, dass Sena Adapter aus Schaumstoff in unterschiedlicher Höhe mitliefert, mit denen man die Lautsprecher individuell möglichst nahe ans Ohr heranbringen soll. Das bedeutet aber eben auch, dass die Lautsprecher dann annähernd den Kopf berühren und das kann eigentlich gar nicht halten, wenn sie bei mir schon aus der Aussparung herausfallen. Auch der Klett bei den Adaptern zur Höhenregulierung ist nicht besser. Ich bin nicht sicher, was sich Sena hier gedacht hat. Erste Ernüchertung macht sich breit. In Verbindung mit dem Shoei GT-Air sind die Lautsprecher aber wie gesagt gut zu platzieren.

Easy Klick-System der Polsterung des Shoei GT-Air. Hier passen alle Kabel gut hinter das Polster. 
Die Kabel von Mikrofon wie Lautsprechern sind eher etwas zu lang ausgelegt. Das bedeutet, man muss sie ordentlich hinter dem Innenpolster verstauen, damit sie nicht stören. Auch das klappt beim Shoei gut. Bei anderen Helmen mit nicht entfernbarem Polster mag das zum Problem werden, weil die großen Lautsprecher ja nicht durch kleine Lücken im Polster passen. Somit kann man bei nicht entfernbaren Polstern die Kabel immer nur in Lücken hineinstecken - rein, aber immer auch gleich wieder herausführend. Ob das auf Dauer hält und nicht stört müssen andere beantworten.

Was mich aktuell richtig stört ist, dass die Schrauben der Sena Befestigung in das Polster meines neuen Helmes drücken. Und zwar in das Kunstleder unten, das ich durch dauernde Reibung schon rissig werden sehe. Mir leuchtet nicht ein, warum die Schrauben nicht von außen zu befestigen sind. Dann könnte man sie beim Einbau auch einfacher drehen... hier muss ich mir unbedingt noch etwas zum Schutz des Polsters einfallen lassen.

Was man auf dem folgenden Foto auch gut sehen kann ist, dass man erstmal ein paar dünne Kabel von der Außenseite des Helmes nach innen zu führen hat. Das geht schon irgendwie, aber wieso die nach vorne und hinten angebracht sind, wo es viel logischer wäre, sie nach oben - also innen - wegzuführen, sei dahingestellt. Außerdem frage ich mich, wie wind- und wasserfest das alles ist. Wir werden sehen. Bei einem 285 € Gerät erwarte ich mir da schon etwas.

Das die Schrauben des Sena in das Polster drücken, ist gar nicht gut! Wieso sind die nicht außen?!
Die Bluetooth-Kopplung mit dem Handy (ein Google Nexus 5x) war völlig problemlos. Musik von Spotify streamen somit auch, genauso wie Sprachansagen des Navis und alles andere. Allerdings fiel mir sofort beim ersten Abspielen eines Songs ein Knarzen im rechten Lautsprecher auf, das von links nicht auszumachen war. Ich habe daraufhin Test-Ton-Videos bei YouTube abgespielt. Tiefe Frequenzen waren eher von links wahrzunehmen, hohe hingegen gleichmäßig mittig. Ich hoffe mal nicht, dass der rechte Lautsprecher schon einen Schaden hat, so frisch aus der Packung!

Das Update auf die neueste Firmware via USB-Kabel an PC klappte problemlos. Bei der Gelegenheit wie auch beim Laden des 30K trat aber ein weiteres Manko auf: Wie kann man bitte 2018 einen USB-Mini-Port verbauen? Seit ich USB-C am Handy habe und somit einen Susi-Sorglos-verdrehsicheren USB-Stecker fällt mir erst mal auf, wie grausam das Gefrickel mit einem herkömmlichen USB-Anschluss ist. Besonders dann, wenn er unter einer spannenden Gummi-Abdichtung wie beim Sena steckt. Hier hätte sich die moderne Variante sehr viel besser gemacht, auch wenn noch nicht jeder ein USB-C-Ladegerät hat und ein Ladegerät dem Sena übrigens gar nicht beiliegt. Für 285 €. Als Einzelgerät. Im Angebot.

Bevor es einer sagt - mir ist bekannt, dass in genau diesen Helm eine Speziallösung von Sena passt, das 10U. Erschien mir aber teurer als das 30K und hat diese Mesh-Funktion nicht, die ich interessant finde. Nein, eigentlich würde ich es gerne mit dem 30K versuchen. Wir werden sehen, wie es sich nach den ersten Ausfahrten entwickelt.

Mein erster Eindruck ist somit leider etwas getrübt. 3 von 5 Sternen, sozusagen.

*** Nachtrag 10.07.2018 ***

So, die ersten Ausfahrten mit dem Sena 30 K sind getan. Erkenntnisgewinn: Reden können beim Motorradfahren ist ein großer Zugewinn! Alleine schon, dass man deutlich sagen kann "da vorne rechts abbiegen" ist im Vergleich zur früheren Fuchtelei einfach besser. Insofern hat sich das Sena schon bezahlt gemacht, zumal es seine Kernkompetenz wirklich gut beherrscht. Die Sprachqualität ist absolut gut, die Verbindung stabil, die On-Zeit okay! Auch wenn auf der anderen Seite "nur" ein Sena SMH5 werkelt, tut das der Verbindung/-gsqualität keinen Abbruch. Daumen hoch dafür.

Drei Sterne von fünf bleibt aber. Wieso weshalb warum, das wird ganz gut in diesem Video zum Sena 20S Evo erläutert. Kann ich voll und ganz unterschreiben, was der Sluty dort von sich gibt. Insbesondere die Bedienung ist - komplex. Sicher auch prinzipbedingt. Die Sprachbedienung ist weit entfernt von einem Google Assistant oder einer Siri. Das ist 10 Nummern simpler. And English only. Wobei es wahrscheinlich die Zukunft für diese Geräteklasse sein wird. 

Aber was soll ich groß schreiben. Ich erspare mir weiteren Text, guckt euch das Video an. Auch wenn es darin um das 20S Evo geht - das kann man 1:1 auch auf das 30K übertragen.





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