Mazda 6 - 2018 Review

Bereits im Dezember 2018 habe ich ein paar Filmchen (mit dem Handy) gemacht, um euch den Mazda 6 in der aktuellen Modellvariante vorzustellen. Mittlerweile haben wir Oktober 2019 und ich bin erst jetzt dazu gekommen, aus den Filmchen einen Film zu machen. Das Werk verlinke ich unten.

Ich hatte in meiner Karriere schon den ein oder anderen Firmenwagen. Das Budget des aktuellen Arbeitgebers ist dabei nicht das allerhöchste. Aber, und das muss man mal als erstes feststellen: Mazda alias Opel Dello in Hamburg hat wirklich ein sehr gutes Angebot für unsere Firma abgegeben, mit dem man das Fahrzeug nahezu in Komplettausstattung in einen vergleichsweise recht engen Rahmen bekommt. So sind alle zufrieden. Der Chef - und ich auch.

Mazda verspricht nicht zu viel, wenn sie sagen sie haben den aktuellen Mazda leiser gemacht. Genaugenommen hört man das Fahrzeug so gut wie gar nicht mehr. Den Motor kaum, kein Klappern, kein Knarzen. Eigentlich nur das Rollgeräusch. Das vermittelt ein Gefühl von Wertigkeit. Die unterstrichen wird von einem der elegantesten Cockpits, die ich seit langem in Fahrzeugen gesehen habe. Klassische Rund-Instrumente, die im Zeichen der Zeit (mit der entsprechenden Option "Technikpaket", sollte man unbedingt haben) aber mit einem digitalen Bildschirm visualisiert werden. So hat man einen klassischen Tacho vor sich, der aber aktiv einen roten Strich an das Tempo zeichnet, das gerade erlaubt ist. Dank Verkehrszeichenerkennung sieht man das aktuelle Geschwindigkeitslimit so auf direkt im Tacho.

Ein weiteres Highlight finde ich sind die Bedienelemente für Klima, Sitzheizung und -Kühlung (letztere im Lederpaket enthalten), die auf das Wesentliche reduziert sind und alle Ihren Platz haben, wo man sie sofort findet.

Zusammen mit der Lederausstattung und dem auch sonst aufwändig gestalteten Innenraum ergibt sich ein Bild, dass sich vor Mercedes, BMW oder Audi nicht verstecken muss. Gut gemacht, Mazda!

Da das Auto sehr viele Pluspunkte hat, über die man sich immer wieder freut, will ich im weiteren Text nur die Kritikpunkte aufführen. Davon gibt es durchaus einige, aber es sei vorweggenommen - das ist alles Jammern auf hohem Niveau und der Gesamteindruck zum sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis bleibt absolut positiv.

Verbesserungswürdig sind


  • Zunächst wäre da mal das etwas langsame Mazda MZD Connect, das Entertainment System des Wagens. Wir haben 2019 und von jedem Handy erwartet man eigentlich ruckelfreie geschmeidige Bedienung. Die gibt es prinzipiell auch im MZD, aber es hakt überall immer mal wieder kurz und wer irgendwann das durchaus sehr intuitive System schnell bedient, sieht wie die Software kaum hinterherkommt. Da müsste mal mehr Power her, Mazda.
  • Dann hat der Wagen durchaus ein zwei tiefere Fehlerchen in seinen Computersystemen. Es kommt immer mal wieder vor, dass der Monitor schwarz bleibt und sogar das Tacho ist schon einmal abgestürzt. Das ist nicht auf Anhieb reproduzierbar aber passiert immer dann, wenn man den Motor startet, die Software noch nicht soweit ist, man aber schon den Rückwärtsgang einlegt und damit die 360° Kameras auf den Bildschirm ruft und auch die Ultraschallsensoren Ihr Werk schon machen sollen. Man merkt einfach, dass das System dann noch nicht da ist und in seltenen Fällen - vielleicht 5x über das Jahr - bleibt das System irgendwo stecken. Motor aus, Reboot - dann erst läuft es wieder rund.
  • Die Verkehrszeichen Erkennung funktioniert in den meisten Fällen recht gut. In einigen aber auch nicht. Das System kann prinzipiell erkennen, wenn eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf "bei Regen" begrenzt ist. Aber nicht, wenn das eingrenzende Text-Schild unter dem Tempolimit zu groß ist. Was auf hiesigen Dauerbaustellen leider der Fall ist.
    Hinzu kommt, dass z.B. an einer Autobahnauffahrt korrekt 50 km/h erkannt werden - aber beim Wechseln auf den linken Streifen insbesondere von dreispurigen Autobahnen nicht das gegebene Limit. Die Schilder können dann vermutlich nicht einer Spur zugeordnet werden, wenn man diese gerade wechselt. Das wäre ja kein Problem und irgendwo akzeptabel. Aber dank Navi weiß der Mazda doch, dass man auf einer Autobahn ist. Die Grafik mit den 50 km/h, die im Cockpit und Headup-Display erstrahlt, könnte man dann einfach mal ausblenden und muss sie nicht die nächsten x Kilometer bis zum nächsten Tempo-Schild fälschlich anzeigen.
  • Das Keyless Go System funktioniert grundsätzlich. Man muss aber sehr genau aufpassen, ob der Wagen mitbekommen hat, dass man sich entfernt hat und dass er dann auch die Türen verschlossen hat. Geht man im falschen Winkel, zu schnell nach dem Aussteigen oder wenn ein Mitfahrer erst die Tür schließt, wenn man schon den entscheidenden halben Meter zu weit weg ist, dann bleibt das Auto schnell mal offen. Ohne Warnung, ohne alles. Das ist in diesem Jahr einige Male vorgekommen. 
  • Außerdem gibt es beim Tanken die Problematik, dass der Schlüssel meist mit dem Fahrer zum Bezahlen geht und das Fahrzeug dann verschlossen wird, die Alarmanlage scharf geschaltet wird - und wenn die verbleibenden Insassen dann nicht die Luft anhalten, geht der Alarm los, da Personen im Fahrzeug detektiert werden. Nicht zuende gedacht, Mazda!
  • Das 6-Gang Automatikgetriebe tut seine Arbeit sehr gut und ist auch manuell bestens bedienbar. Aber es hat eine Macke: Beim Einlegen des ersten Gangs greift es sehr schnell sehr stark zu. Das Anfahren ist damit nicht ganz so geschmeidig wie erhofft und in engen Lücken muss man aufpassen, nicht versehentlich den entscheidenden Satz zu weit zu machen.
  • Der City-Notbrems-Assistent ist gut und funktioniert. Er hat mich schon einmal davor bewahrt versehentlich rückwärts gegen mein Garagentor zu rollen. Aber: wer allzu relaxed fährt und bei abbiegenden Fahrzeugen die letzten Meter auffährt im Wissen, das das Fahrzeug gleich um die Kurve verschwunden sein wird oder bei an Ampeln stehenden Fahrzeugen sportlich auffährt, der bekommt öfters mal ein Achtung-Gefahr-Piepen auf die Ohren - und dreimal im Jahr eine etwas frühzeitig ausgelöste Panik-Vollbremsung des Systems, das auch die letzte Plombe aus den Zähnen reißt. Hier könnte noch etwas feinjustiert werden, am System.
  • Die Anzeigen des Cockpits sind von der Helligkeit her gut austariert. Dunkel ist dunkel genug für Nachtfahrten, hell ist hell genug für gleißenden Sonnenschein. Aber: In der Dämmerung oder am späten Nachmittag zum Beispiel in einer verschatteten Allee stellt man fest: Die erste Dimm-Stufe liegt bei gefühlt 50% Leuchtkraft. Danach dimmen die Anzeigen weit genug gefächert bis auf sagen wir 10% herunter. Aber die Stufen zwischen 50% und 100% werden praktisch nicht genutzt. Und das merkt man. Im Halbschatten ist die Anzeige dann mit 50% Leuchtkraft einfach einen Tick zu dunkel.
  • Die 360° Kameras sind sehr gut, die Anzeige nach einiger Eingewöhnung durchaus brauchbar. Was auf dem Monitor zu sehen ist entspricht an allen vier Seiten des Autos der Realität. Aber die Auflösung der Kameras ist - unterirdisch. Klasse: Mein erstes Farb-Nokia von 2002. Sicherlich würde mehr Auflösung wieder mehr Rechenpower nach sich ziehen, um die Grafiken in Echtzeit des berechneten Lenkeinschlags darstellen zu können... aber 2019 könnte auch an dieser Stelle einfach mehr gehen.
  • Die vorderen LED Scheinwerfer sind sehr gut. Aber wieso gibt es kein Kurvenlicht, zumal der Wagen auf der Autobahn dank Matrix LED die Landschaft auch in der Breite ausleuchtet?
  • Warum zum Geier ist die komplette äußere Beleuchtung in LED - nur nicht die hinteren Blinker? Die vorderen Blinker und die in den Spiegeln sind es nämlich schon...
  • Die sechs Knöpfe für Kameras an/aus, Park-Pieper an/aus etc. unten links unter dem Lenkrad sind die einzigen, die etwas schlampig zusammengestellt wurden. Schlecht in der Haptik und man wird auch nie ganz schlau, ob die betreffende Funktion nun gerade an oder aus ist. Zum Glück benötigt man diese Knöpfe aber nur selten.
  • Kein automatischer Wechsel von DAB auf FM, wenn das DAB Signal verloren geht.
  • Die Bedienung der Sitzheizung in der Armlehne hinten ist etwas deplatziert und daher wenig genutzt. Schalter z.B. an der mittleren Lüftung wären sinnvoller.
  • Die aktive Lenkung... ist etwas sehr willenlos geraten und wenig brauchbar. Man kann sie zum Glück auf ein vibrieren des Lenkrads reduzieren, dass vor ungewollten Spurwechseln nur warnt anstatt aktiv einzugreifen und dabei Richtungswechsel wie ein Besoffener an den Tag zu legen.
  • Großgewachsene Menschen kommt es manchmal etwas eng auf den vorderen Sitzen vor. Hinten interessanterweise eher weniger. Man sollte ggfs. mal probegesessen haben. Bei um 170 cm gibt's aber kein Problem, kann ich sagen :-)

Besonders positiv fallen auf


  • Die sehr hochwertige Verarbeitung, der qualitativ sehr gute Gesamteindruck.
  • Die absolut vollständige Ausstattung, die es bei Mazda schon in den unteren Ausstattungsvarianten gibt.
  • Gutes LED Licht, funktionale Matrix-Scheinwerfer, die den Gegenverkehr sauber ausblenden.
  • Eine weitgehend einwandfreie Bedienung, sowohl hinsichtlich der physikalischen Bedienelemente als auch der Software.
  • Gutes Automatikgetriebe, das geschmeidig und sehr schnell schaltet.
  • Toller adaptiver Tempomat, der den Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen bis zum Stillstand automatisch regelt und gerade auch in Stausituationen sehr gut nutzbar ist.
  • In jeder Situation sehr gut ablesbares Headup-Display in der Windschutzscheibe.
  • Problemlose Anbindung des Handys (Google Pixel 3), volle Funktion. Zudem sind zwei Handys per Bluetooth anschließbar, sofern eines als Telefon dient und das andere als Musikplayer.
  • Letztlich - die volle Zufriedenheit mit dem Fahrzeug auch nach dem ersten Jahr :-)
★★★★★
Unter dem Strich ist der Mazda 6 ein tolles Auto, das ich mir durchaus wiederkaufen würde. 5 von 5 Sternen, wie es so schön heißt oder "Empfehlung"! 

Hier das Video mit einigen Eindrücken aus dem Mazda 6:



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